Erstes Türchen: Juristen in Weihnachtsstimmung

 

 

Ein Gedicht von Christian Steck

 

Als Jurist ist man ein Winkeladvokat,
was zumindest der Volksmund sagt.
Man sitzt im dunklen Kämmerlein,
und starrt in verstaubte Bücher hinein.

 

Das Feiern von Festen ist einem fremd,
denn durchs Leben geht man eher gehemmt,
auch ist man als Jurist nicht allzu kreativ,
denn viel eher liebt man der Bibliotheken Mief,

 

Und wie Schriftsteller Ludwig Thoma erkannte,
als guter Jurist ist man von mäßigem Verstande,
weswegen man kaum zu Reimen vermag,
und auch passte dies nicht zum Juristen ohne Frag.

 

Gerade wer als Student so geistig zurückgeblieben,
dass er sich dem Verfassen juristischer Texte verschrieben,
wer also bei einer Zeitschrift wie der StudZR ist Redakteur,
bei dem hat seinen Lauf bereits genommen das Malheur.

 

Der wird sich erfreuen an mittelbarer Drittwirkung,
wird begeistert sein von der Empfangsstellvertretung,
wird nachdenken nur über hypothetische Kausalität,
anstatt zu feiern bis in die Nacht gar spät.

 

Der wird wohl zum Lachen in den Keller gehen,
wird Feiertagen kaum mit Freude entgegensehen,
er wird eher ellenlangen Gesetzen frönen,
als zu genießen die Wintertage - die schönen.

 

Einmal im Jahr jedoch wird es auch ihm warm ums Herz,
eine Zeit, wo selbst der Jurist macht mal nen` Scherz,
wo auch er mal Freud und Glück empfindet,
obwohl er grad nicht über Paragraphen schindet.

 

Warum´s dieser Monat ist, wird manch einer fragen,
Und böse Zungen mögen nun sagen,
s´ liegt nur dran dass Glocken klingen zu diesen Zeiten,
da kann er sagen welcher Rechtsweg ist zu beschreiten.

 

Doch es ist wirklich eine besondere Zeit,
denn dann ist das Fest Christi Geburt nicht mehr weit,
was vielerorts gefeiert mit viel Glühwein,
und wo´s auf Märkten duftet weihnachtlich fein.

 

Zwar liegt übermäß´ges Feiern dem Juristen fern,
denn zu lang verlässt er seine Bücher nur ungern,
doch gänzlich wird das Fest er nicht scheuen,
weil irgendwie kann auch er sich d`rauf freuen.

 

Deshalb pflegt auch der Jurist einen Adventskalender zu haben,
doch dieser wird nicht gefüllt mit Schokoladen,
denn das entspräche nicht des Advokaten Wesen,
schließlich freut ihn mehr, wenn er ein Urteil gelesen.

 

Diesen Kalender wollen wir hiermit gern zeigen,
manche Texte und Reime d`rin sind unsere eigen,
andere sind von Gerichten und Autoren geschrieben,
uns jedenfalls sind alle in guter Erinnerung geblieben.

 

Auch wenn nicht alle Texte weihnachtlich sind,
sie hoffentlich der geneigte Leser bereichernd find,
ein herzlicher Dank gilt dem C.F. Müller Verlag,
denn dank ihm verlosen wir Bücher an manchem Tag.

 

Wir danken Lesern und Beiratsmitgliedern für die Treue,
jeden Tag erfreut uns unsere Arbeit auf Neue,
auch im Advent wünschen wir viel Spaß beim Lesen,
für heut sei´s das vom Blog-Team gewesen!

 

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