Zwanzigstes Türchen: Geschlechtergleichheit ohne Geschlechter

 

Ein Beitrag von Bettina Rentsch, Wiss. Mit.

 

Die Forderung nach der Gleichberechtigung von Mann und Frau ist von einem politischen Programmsatz zu einem menschen- und verfassungsrechtlichen Prinzip erstarkt. Sämtliche Bereiche des einfachen Rechts sehen sich infolge dieser Entwicklung einer grundlegenden Reformdiskussion ausgesetzt: Welche Teile unserer Rechtsordnung fördern nämlich die Geschlechterdiskriminierung, indem sie die Gleichheit von Mann und Frau vor dem Gesetz leugnen oder sie darüber hinaus faktisch fortsetzen (Art. 3 Abs. 2 GG)? Wie aber kann man faktischen Ungleichheiten zwischen Mann und Frau durch entsprechende Regulierungsinstrumente entgegenwirken?

1. Geschlechtergleichheit und Schwächerenschutz

Es wurde bereits an anderer Stelle angemerkt, dass in der Diskussion um die Gleich- oder Ungleichbehandlung der Geschlechter mitunter die Prämissen im Unklaren bleiben.
Richtig ist, dass es sich bei der vollständigen Geschlechtergleichheit keineswegs um ein isoliertes gesellschaftliches Anliegen handelt, sondern sie im Gegenteil als notwendiger Zwischenschritt umfassender, das heißt: nicht auf die Gleichheit von Mann und Frau beschränkter, gesellschaftlicher Liberalisierung zu verstehen ist. Ebenso darf die liberale Gesellschaft basale Aussagen zum „Wert“ einer Person weder an das Geschlecht eines menschlichen Individuums anknüpfen noch an dessen Staatsangehörigkeit, Ethnie, geistige Entwicklung und sexuelle Orientierung. Sie muss sich darüber klar werden, dass ihr ein auf biologischen, ethnischen und geographischen Prämissen aufbauendes Urteil über die Qualität eines anderen Individuums von vornherein nicht zusteht. Und sie darf nicht pauschal einer Gleichstellungsmode verfallen, sondern muss vielmehr überall dort regulierend eingreifen, wo strukturelle Ungleichheit zu gesellschaftlichen und rechtlichen Schieflagen führt.

Lässt sich das Geschlecht eines Menschen aber tatsächlich mit anderen menschlichen „Eigenschaften“ gleichsetzen, deren Resultat – eine Ungleichbehandlung – es rechtlich zu korrigieren gilt? Sind unterschiedliche soziale Rollenbilder von Männern und Frauen ein keineswegs korrekturbedürftiges Ergebnis unterschiedlicher natürlicher Vorprägungen beider Geschlechter, die der jeweiligen Funktion der Geschlechter im biologischen Reproduktionsvorgang wie auch im sozialen Umgang und in der gesellschaftlichen Entwicklung entsprechen? Und ist eine gesetzlich explizit vorgesehene Bevorzugung der Frau daher durch dieses Alleinstellungsmerkmal gerechtfertigt?

Selbst wenn man dem dritten Punkt und mit ihm der Hypothese einer gesellschaftlichen Vorprägung der Frau widersprechen will, handelt es sich bei der Forderung nach einer Gleichstellung der Geschlechter aber nach dem Vorgesagten um ein Endziel, nicht um einen notwendigen Abschnitt auf dem Weg zu einer geschlechterindifferenten oder –neutralen Gesellschaft, in der sogenannte geschlechterspezifische Probleme als individuelle Erschwernisse des menschlichen Fortkommens wahrgenommen werden.

Unter diese Hypothese scheint es auch verfehlt, gemeinsam mit neueren Strömungen der Literatur- und Kulturwissenschaft zwischen Geschlecht im gesellschaftlichen Sinne (gender) und solchem im biologischen Sinne (sex) zu unterscheiden und auf dieser Grundlage sogar zu leugnen, dass es Geschlecht im biologischen Sinne überhaupt gibt.

Die folgenden Zeilen möchten skizzenhaft die Notwendigkeit eben dieser vorübergehenden Leugnung geschlechterspezifischer Rollenbilder nachweisen:
Der Aufbruch traditioneller Geschlechterrollen ist nötig, da sich in der modernen Leistungsgesellschaft die traditionelle weibliche Geschlechterrolle einer zunehmenden Marginalisierung ausgesetzt sieht, die sich in ihrer fehlenden wirtschaftlichen Anerkennung widerspiegelt. Die Überwindung von Geschlechterrollen ist daher unter dem Gesichtspunkt wirtschaftlicher Gerechtigkeit wie auch unter dem der damit verbundenen gesellschaftlichen Achtung zwingend geboten.

2. Geschlecht und Geschlechterrollen

Sensibilität für das Verhältnis von Geschlecht und geschlechterspezifischer Diskriminierung kann sich erst entwickeln, wenn man sich über das Konzept „Geschlecht“, wie auch über seine Bestandteile und die damit verbundenen Konsequenzen im Klaren ist.
Auf den ersten Blick scheint es schwer nachvollziehbar, dass Geschlecht einer Person korrekturbedürftige rechtliche und faktische Ungleichbehandlungen ergeben können. Sind nicht alle Menschen vor dem Gesetz gleich? Besser formuliert: Ist Geschlecht überhaupt als Anknüpfungspunkt für eine rechtliche Ungleichbehandlung denkbar?

a. Geschlecht im biologischen Sinne

Geschlecht lässt sich im Gegensatz zu anderen diskriminierungsfähigen Eigenschaften des Menschen (Staatsangehörigkeit/Weltanschauung) in der Biologie nachweisen. Geschlecht im biologischen Sinne ist im Gegensatz zu den genannten kulturellen Phänomenen ein neutraler Binärcode organischen, und damit auch menschlichen Daseins. Die biologische Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Organismen dient vorrangig der Funktionsverteilung im Reproduktionsvorgang: Weibliche Vertreter einer Gattung tragen den Nachwuchs aus, männliche Vertreter tragen zu seiner Entstehung bei.

b. Geschlecht im psychischen Sinne

Ebenso lässt sich kaum leugnen, dass die biologischen Funktionsunterschiede der Geschlechter unmittelbaren Einfluss auf die psychische Konstitution eines Lebewesens nehmen. Anknüpfend an die biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen will man Unterschiede im Denken, in der geistigen Reife, in der individuellen Leistungsfähigkeit und im frühkindlichen Lernstadium feststellen. Verantwortlich scheint der bereits vorgeburtlich entwickelte Hormonhaushalt des Menschen (vgl. „Die Macht der Hormone“ in Geist und Gehirn vom 14.12.2010). Ob ein Kind mit Puppen oder Bauklötzen spielt, mag vor diesem Hintergrund also weniger als kritikfähige soziale Rollenzuweisung erscheinen denn als natürliche und damit hinnahmepflichtige Konsequenz unterschiedlicher biologischer Vorbedingungen. Das die „Biologie“ von Mann und Frau als populärwissenschaftliches Erklärungsmuster bemüht, um den sozialen Umgang der Geschlechter miteinander zu erklären, scheint vor diesem Hintergrund plausibel. „Männer kommen vom Mars, Frauen von der Venus“ titelt ein Bestseller der frühen 2000er Jahre.

c. Geschlecht im sozialen Sinne

Die basale Aufgliederung einer Gesellschaft in männliche und weibliche Vertreter liefert aber auch dann noch belastbare Ergebnisse, wenn es um Schaffung sozialer Rollenbilder und deren Zuweisung geht. Mehr noch: Im interkulturellen Vergleich erscheint das Geschlecht als kleinster gemeinsamer Nenner einer im Einzelnen äußerst diversen Weltgesellschaft sowohl nachvollziehbar als auch sinnstiftend, weil sich die gesellschaftlichen Rollenbilder der Männer und Frauen ungeachtet sonstiger kultureller Unterschiede stark ähneln. Tacitus kontrastiert in seiner „Germania“, um ein bekanntes Beispiel der lateinischen Oberstufenliteratur zu zitieren, die kulturelle Achtung der Germanen vor ihren Frauen mit deren Marginalisierung im römischen Staatswesen. Ein echter Rollenunterschied ist dabei aber nicht erkennbar: Die Frauen ziehen nicht an der Seite ihrer Männer in den Krieg, sondern pflegen deren Kampfwunden und versorgen sie an der Front mit Nahrung; lediglich die gesellschaftliche Achtung, die ihnen für diese Taten entgegengebracht wird, ist weitaus höher als die vor der Römerin [De origine et situ Germanorum liber (7,4) hi cuique sanctissimi testes, hi maximi laudatores: ad matres, ad coniuges vulnera ferunt; nec illae numerare et exigere plagas pavent, cibosque et hortamina pugnantibus gestant. Übersetzt: Sie [i.E.: Frauen] sind für jeden die heiligsten Zeugen, sie die höchsten Lobredner. Zu ihren Müttern, zu ihren Frauen tragen sie ihre Wunden, und jene scheuen sich nicht, die Schläge zu zählen und zu untersuchen, und tragen ihnen selbst Speisen und Zuspruch ins Gefecht.].

d. Interdependenz der Geschlechterbegriffe

Beim biologischen, psychischen und sozialen Geschlecht handelt es sich unbestrittenermaßen um drei unterschiedliche Kennzeichnungen. Trotzdem scheint es aber zulässig, an das Vorliegen des einen Geschlechtermodus Vermutungen für das Vorliegen der anderen Geschlechtermodi zu knüpfen.
Was die Zusammenhänge zwischen biologischem und psychischem Geschlecht angeht, scheint es für den Laien plausibel, dass der gebärende Teil einer Gattung regelmäßig mit besseren Planungsbegabungen ausgestattet ist und umgekehrt regelmäßig ein überdurchschnittlich hohes Bedürfnis nach persönlicher Sicherheit aufweist als der ungebundene Teil, dessen Risikobereitschaft dafür höher ist. Auch die sozialpsychologische Erkenntnis, Frauen seien im Durchschnitt empathischer als Männer, dürfte sich aus Sicht des Normalmenschen durch zahlreiche Beispiele belegen lassen.
Auch der Zusammenhang zwischen der biologischen (und psychischen) Geschlechterprägung und der Herausbildung gesellschaftlicher Rollenbilder scheint offensichtlich: Wer Kinder gebiert, sorgt regelmäßig auch für sie. Tiergattungen, bei denen es anders ist, werden als Besonderheit wahrgenommen.

3. Geschlechterrollen und deren gesellschaftlicher Wert

Gleichzeitig zeigt sich an den vorangegangenen Überlegungen aber auch, welche Probleme mit einer starren gesellschaftlichen Rollenzuweisung verbunden sein können: Kommt der jeweiligen Rolle in der Gesellschaft ein geringerer Wert zu, sinkt auch der Achtungsanspruch des Rollenträgers/der Rollenträgerin. Soziales Geschlecht wird auf diese Weise zur Falle.
Auch damit wird freilich ein gesellschaftlich brisanter Allgemeinplatz aufgegriffen. Gemeint ist der Vorwurf, mit der fortschreitenden Gleichberechtigung der Geschlechter werde die Frau gezwungen, sich entweder in eine Doppelrolle zu begeben, also Familie und Beruf gleichzeitig voll zu „betreiben“, oder aber männliche Rollenvorbilder zu übernehmen und ihre biologische und, wenn man es so will, gesellschaftliche Aufgabe des Bevölkerungserhalts zu „vernachlässigen“.
Dabei wird auch das eigentliche Problem der Herausbildung gesellschaftlicher Rollenbilder deutlich: Sobald mit einer Rollenzuweisung eine gesellschaftliche Besser- oder Schlechterstellung verbunden ist, wird Geschlecht vom Ausdruck des Selbst zum potentiell freiheitsbeschränkenden Eingriff in die freie Persönlichkeitsentfaltung. Normativ formuliert dürfte das Leben in der einen oder anderen geschlechterspezifischen Rolle nicht von vornherein mit einer Steigerung oder Schmälerung des gesellschaftlichen Achtungsanspruchs verbunden sein; die Hausfrau verdient also im Grundsatz ebenso viel Respekt wie der Manager.

Gerade eine entgegengesetzte Entwicklung, nämlich eine Vergabe von Rollenwerten je nach dem wirtschaftlichen Gegenwert, ist als Ergebnis der Kommerzialisierung des menschlichen Lebens aber der Fall:
Eine Frau, die als Erzieherin arbeitet, erhält den Lohn X, diejenige, die ihre Kinder selbst großzieht, bleibt entweder ganz ohne Vergütung oder erhält hypothetisch mit dem – politisch durchaus umstrittenen – Elterngeld eine im Verhältnis inadäquate Kompensation für ihre Erziehungsleitung. Warum die Kindererziehung weniger Wert haben soll als die Tätigkeit in einen öffentlichen Kindergarten, lässt sich, wenn überhaupt, quantitativ begründen: Die Erzieherin sorgt tagtäglich für 15-20 Kinder, die Mutter für wesentlich weniger. Selbst diese Rechnung geht bei Lichte besehen aber nicht auf, da der Arbeitstag der Hausfrau wesentlich länger dauert und in seinen einzelnen Tätigkeitsfeldern wesentlich breiter gestreut ist als derjenige der Erzieherin. Am Ende der Gleichung steht also eine beachtliche gesellschaftliche Geringschätzung gegenüber nicht-kommerziellen Tätigkeitsfeldern.

4. Geschlechterrollen und Umverteilung

Das Wirken im Privaten scheint keinen vergütungswürdigen Eigenwert zu haben, der eine Aufnahme in soziale Umverteilungsmechanismen rechtfertigen oder eine tarifliche Vergütung der Erziehungsleistung zwingend fordern würde. Die gesellschaftliche Kommerzialisierung ist zu weit vorangeschritten, um gesellschaftsfreie Räume wie die Familie trotz ihrer fehlenden Teilhabe an der wirtschaftlichen Wertschöpfung ausreichend zu würdigen.

Die logische Konsequenz dieser Entwicklung lautet, dass Geschlechterrollen über streng eingrenzbare biologische Komponente und deren gesellschaftlichen Reflex schlichtweg keine Rechtfertigung mehr für sich beanspruchen können. Jenseits dessen müssen gesellschaftliche Geschlechterrollen ebenso gesellschaftlich-sozialen Umverteilungsvorgängen unterworfen werden wie die Kaufkraft einer Person.

Diese Feststellung hat insbesondere für die rechtliche Gestaltung des Arbeitsmarktes Konsequenzen, insoweit die Erwerbstätigkeit von Männern und Frauen unterschiedlichen rechtlichen Regulierungsmechanismen unterworfen wird.

a. Mutterschutz

Unterwirft man die Geschlechterrollen dem sozialen Umverteilungsprozess, erweist sich beispielsweise die teilweise geäußerte Forderung nach einer Abschaffung des gesetzlichen Mutterschutzes als berechtigt: Dieser Regelungskorpus dient auf Grundlage der vorangegangenen Aussagen nicht etwa dazu, der Frau die Kombination von Beruf und Mutterrolle zu erlauben, sondern zementiert eine gesellschaftliche Rollenvorstellung, wonach das Kind bei der Mutter zu bleiben und diese sich zu schonen habe. Auf dem Arbeitsmarkt führt der Mutterschutz regelmäßig zu einer Benachteiligung von Frauen im Bewerbungsprozess, da im Fall einer Schwangerschaft die Kosten der Beibehaltung gesellschaftlich tradierter Rollen auf den Arbeitgeber abgewälzt werden und die Einstellung von Frauen so zu einem wirtschaftlich risikoträchtigen Unterfangen werden lassen.

Umgekehrt ist die Einführung der Elternzeit als begrüßenswerter Umverteilungsvorgang unter der Prämisse einer sozialen Marginalisierung des erziehenden Elternteils ebenso zukunftsweisend wie individuell gerecht; noch wesentlich zielführender wäre sie, wenn der gesetzliche Mutterschutz (wie derzeit nicht geplant) zwingend durch sie ersetzt würde. Erst dann bestünde nämlich echte Chancengleichheit von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt; die Frage, wer bei der Familiengründung ausfällt, ist dann nämlich nicht mehr geschlechterspezifisch vorkodiert.

b. „Quote“

Erstreckt man das gesellschaftliche Umverteilungsdenken auf die Geschlechterrollen, müssen als weitere Konsequenz die bestehenden vertikalen Verteilungsungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt beseitigt werden. Dass Frauen nicht in Aufsichtsräten und leitenden Gremien vertreten sind, ist, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, eine logische Konsequenz ihrer aktuell spürbaren (s.o.) systematischen Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt.

Freilich kann man argumentieren, dass Quoten im Ergebnis keine Auf-, sondern eine Abwertung der Rolle der Frau auf dem Arbeitsmarkt zur Folge hat; dass durch sie diejenigen Frauen benachteiligt werden, die aus eigenem Antrieb eine Führungsposition erreicht haben, und dass es vielleicht sogar dem (objektivierbaren?) „Willen“ weiblicher Teilnehmer des Arbeitsmarktes widerspricht, die berufliche Zukunft über das private Glück zu stellen.

Legt man aber die Hypothese zugrunde, dass Frauen bereits ihres gesellschaftlichen Rollenbildes und der dieses zementierenden Vorschriften (s.o. 3.a) wegen derart benachteiligt sind, dass ihnen der berufliche Aufstieg regelmäßig nur gegen den Preis einer Aufgabe ihrer gesellschaftlichen Geschlechterrolle möglich ist, dann ist die Quote ein sinnvolles und notwendiges Korrektiv vergangener rollenspezifischer Unebenheiten.

Dasselbe lässt sich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bejahen: Die staatliche Investition in die Aus- und Weiterbildung ganzer Generationen von Frauen, die in den Genuss staatlicher Bildungsmöglichkeiten gekommen sind, eine Ausbildung oder ein Studium absolviert haben, muss sich rechnerisch auch auf der Führungsebene niederschlagen. Ist dies nicht der Fall, muss der Staat auch hier regulierend eingreifen. Eine Selbstregulierung des Geschlechterproblems in Führungspositionen ist zwar denkbar, aber zeitaufwendig.
Und es ist gerade Zeit, die in der Gleichstellungsfrage eine Mangelware ist.

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