Neunzehntes Türchen: 10 Jahre StudZR: Symposium „Studium, Wissenschaft und Praxis”

 

Ein Bericht von David Carnal

 

Heute vor einem halben Jahr, am 19. Juli 2014, luden wir anlässlich unseres zehnten Geburtstages in den Lautenschläger-Hörsaal der Juristischen Fakultät Heidelberg zu einem Jubiläumssymposium, das dem Fragenkreis des Verhältnisses zwischen „Studium, Wissenschaft und Praxis” des Rechts gewidmet war.

Trotz des sommerlichen heißen Wetters war der Saal nicht nur mit Rechtsstudierenden prall gefüllt: Auch zahlreiche Gesichter der Heidelberger Rechtsgelehrsamkeit, darunter Frau Prof. Dr. Ute Mager, (vormals) Dekanin der Juristischen Fakultät, Herr Prof. Dr. Dres. h.c. Peter Hommelhoff, ehemaliger Rektor der Universität und Emeritus der Juristischen Fakultät, die Direktoren des Instituts für deutsches und europäisches Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht Herr Professor Dr. Dr. h.c. mult. Peter-Christian Müller-Graff und Herr Prof. Dr. Dres. h.c. Werner F. Ebke nahmen an der Veranstaltung teil.

Ziel des Symposiums war es, die Stärken und Schwächen des juristischen Studiums zu diskutieren – wie es auch dem sich in ihren publizistischen Neuerungen spiegelnden Kernanliegen der Zeitschrift entspricht, eine bessere Verzahnung der Juristenausbildung mit Wissenschaft und Praxis zu kultivieren. Hierzu, sowie um junge Menschen für die Wissenschaft zu begeistern leiste die StudZR einen wichtigen Beitrag, betonte Ministerin Theresia Bauer in ihrem Grußwort.

Dem pflichtete Frau Professor Dr. Ute Mager in ihrem Grußwort bei. Sie gratulierte zum Gelingen des „Experiments StudZR”: Nicht nur an amerikanischen Fakultäten wie Yale oder Harvard, wo von Studenten herausgegebene law reviews die Königsklasse rechtswissenschaftlicher Publizistik darstellen, seien solche Formate möglich, sondern auch an deutschen Universitäten: Die StudZR stellt das seit ihrer Gründung im Jahr 2004 mit jeder Ausgabe unter Beweis. Seitdem sind an einer Vielzahl juristischer Fakultäten studentische Rechtszeitschriften gegründet worden.

In seinem Festvortrag mit dem Titel „Verleiht Flügel – Über die Notwendigkeit eines wissenschaftlichen Geistes für das Studium des Rechts” appellierte Prof. Dr. Thomas Lobinger, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Arbeits- und Handelsrecht, an ein im engeren und wahren Sinne rechtswissenschaftliches Verständnis des Studiums. Hierzu führte er anhand der Diskussion eines dem Anlass humorvoll angenäherten Sachverhalts den Beweis, dass die Rechtswissenschaft gerade auch in ihrem dogmatischen Zweig eine Wissenschaft sei. „Wissenschaftliche Geister”, so Prof. Lobinger, bräuchten „ein Forum und ein Betätigungsfeld”, beides sei „in dieser einmaligen Zeitschrift” zu finden. Indem sie „die Wissenschaftlichkeit unseres Faches und seines Studiums” unterstreiche, sei die StudZR „eine vorbildliche und unverzichtbare Einrichtung an [der Heidelberger] Fakultät”.

Anschließend trat das mit Frau Renate Rhode, Vorsitzende Richterin und Ausbildungsleiterin für Referendare am Landgericht Heidelberg, Dr. Martin Bürmann, Heidelberger Alumnus und Partner der überregionalen Sozietät Rittershaus in Mannheim, Prof. Dr. Volker Haas, Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht und Strafprozessrecht und Prof. Dr. Andreas Piekenbrock, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Insolvenzrecht besetzte Podium nicht nur untereinander, sondern mit den übrigen Symposiumsgästen in eine lebhafte Diskussion.

Ein Fokus der Podiumsdiskussion lag in der Frage nach der Objektivität der Notengebung in Studium wie Examen. So diskutierten Studenten und Referendare mit dem Podium besonders intensiv darüber, ob man beispielsweise in schriftlichen Prüfungen denjenigen Standpunkt vertreten sollte, von dem man überzeugt ist, oder – in einem oft nur begrenzt wissenschaftlichen Geist – grundsätzlich nur herrschende Auffassungen, um die Lösungsskizze zu „treffen“. Auf ersteres lautet – mit nur ganz gewissen Einschränkungen prüfungstaktischer Art – das Plädoyer der Hochschullehrer. In den Reihen der Studentenschaft regiert in dieser Frage seit jeher Skepsis, die jedenfalls selbst durch positive Erfahrungen nie vollständig jenem Idealismus der Rechtslehrer zu weichen können scheint.

Der offizielle Teil des Programms endete mit einem Festvortrag von Prof. Dr. Dres. h.c. Peter Hommelhoff unter der Überschrift „Die Schwerpunktbereiche zwischen Spezialisierung und wissenschaftlicher Fundamentierung”. Aufgrund des Alters des Schwerpunktbereichsstudiums – das der StudZR um nur wenige Monate übertreffend – war es angezeigt, Zwischenbilanz zu ziehen. Für Professor Hommelhoff fällt diese dezidiert positiv aus. Dabei gilt die Heidelberger Fakultät, die das Schwerpunktstudium abschaffen will, als Avantgarde abolitionistischer Ambitionen.

Zum Abend fand die Podiumsgesellschaft im Restaurant Stadtgarten zusammen, um bei Pasta und Tiramisu Gedanken und Ideen über das Rechtsstudium auszutauschen und um teils kontroverse Diskussionen fortzusetzen. Einigkeit bestand indes darin, dass eine in jeder Hinsicht gelungene Veranstaltung zu Ende geht.

 

Mit freundlicher Unterstützung der

 

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