Schwerpunktbereich 6: „Wirtschaftsrecht und Europarecht“

 

I. Einleitung

Wirtschaftsrecht und Europarecht lassen sich nicht trennen. Das Europarecht beeinflusst nahezu alle wirtschaftlichen Sachverhalte, indem es verbindliche Vorgaben für den nationalen Gesetzgeber aufstellt oder selbst unmittelbar anwendbare Normen bereithält. Schwerpunktbereich 6 öffnet die Augen für diese Zusammenhänge. Dadurch liest man nicht nur den Wirtschaftsteil der Tageszeitung ganz anders, sondern schafft auch eine gute Grundlage für eine spätere Tätigkeit in mittelständischen und großen Kanzleien, Behörden wie dem Bundeskartellamt oder den europäischen Organen und Institutionen.

II. Wissenswertes zum Schwerpunktbereich

Schwerpunkt 6 vermittelt ein breites Querschnittswissen, von der Wirtschaftsverfassung des Grundgesetzes bis zur europäischen Fusionskontrolle. Die inhaltlichen Hauptsäulen sind allerdings zweifelsohne die Grundfreiheiten und das deutsche und europäische Wettbewerbsrecht. Die Grundfreiheiten sind ein rechtlich komplexes Themengebiet, welches den EuGH immer wieder zu interessanten Urteilen veranlasst und darüber hinaus unmittelbar examensrelevant ist. Im Rahmen des Wettbewerbsrechts werden vor allem Kartellrecht, Beihilfenrecht und Lauterkeitsrecht (UWG) thematisiert, also Bereiche, die in der wirtschaftsrechtlichen Praxis enorme Bedeutung haben.

Professor Müller-Graff greift in den entsprechenden Hauptvorlesungen stets tagesaktuelle europarechtliche Geschehnisse auf und vermittelt dadurch auf sehr lebendige Weise die Dynamik des Wirtschafts- und Europarechts. Besonders hervorzuheben ist auch das extrem reichhaltige Angebot hochklassiger Veranstaltungen, Seminare und Vorträge mit Bezug zu Schwerpunktbereich 6, seien es Besuche beim Bundesgerichtshof oder Vorträge bekannter Figuren des Europarechts wie der Generalanwältin am EuGH Juliane Kokott. Eine außergewöhnliche Möglichkeit, Theorie und Praxis innerhalb des Schwerpunktbereichs zu verbinden, stellt zudem der European Law Moot Court dar; die Teilnahme sollte man sich meiner Meinung nach nicht entgehen lassen.

Die Inhalte der Schwerpunktklausur stammen normalerweise aus den Bereichen Grundfreiheiten und Wettbewerbsrecht. Auf die anspruchsvolle Klausur bereitet die Arbeitsgemeinschaft angemessen vor. Wer gleichzeitig den Überblick über aktuelle Entwicklungen und die EuGH-Rechtsprechung bewahrt, kann auf gute Ergebnisse hoffen.

III. Fazit

Schwerpunktbereich 6 zeichnet sich vor allem durch seine Lebendigkeit aus, die dem Gegenstand Wirtschaftsrecht und Europarecht mehr als gerecht wird. Wer sich dafür interessiert, welche Antworten das Recht auf die spätestens seit 2009 turbulenten wirtschaftliche Entwicklungen in Europa geben kann, trifft mit diesem Schwerpunktbereich meiner Meinung nach eine hervorragende Wahl.

 

- Jonas von Göler

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