Eine Sächsin im Reisefieber

 

Die aus dem schönen Dresden stammende Sandy (S) hat das Reisefieber gepackt. Schön warm soll es sein, und nicht zu teuer. Im Katalog der örtlichen Reiseveranstalterin Rita (R) findet S schließlich ihre Traumreise: Sieben Tage All-Inclusive im portugiesischen Porto für 300€.

S ist begeistert und greift voller Vorfreude nach dem Telefonhörer. Am anderen Ende meldet sich R und erkundigt sich nach dem Wunsch der S. Aufgrund ihres starken sächsischen Dialekts spricht S den Ortsnamen sehr weich und unter ähnlich geringer Betonung beider Silben aus: „Ich würd gern die Reise nach Bordo buchen, am 9. August, zum Preis wie in ihrem Katalog.“ R fragt noch zwei Mal auf Hochdeutsch nach: „Die Pauschalreise nach Bordeaux also?“, und bestätigt S sodann dankend die Buchung. Der Katalogpreis für die Bordeaux-Reise beträgt 400€.

Als S wenig später die Reiseurkunde in den Händen hält, ist sie empört. Bordeaux liegt gerade mal auf halber Strecke nach Porto, und wirklich warm ist es dort auch nicht. Verärgert ruft sie bei R an und erklärt, sie wolle nicht nach Bordo in Frankreich, sondern nach Porto in Portugal. R entgegnet, das hätte sie gleich sagen müssen, jetzt sei da nichts mehr zu machen. Außerdem sei die Reise nach Porto schon lange ausgebucht.

Kann R von S Zahlung der 400€ aus § 651a I 2 BGB verlangen?

 

(Angelehnt an AG Stuttgart-Bad Cannstatt, Urt. v. 16.03.2012, Az. 12 C 3263/11)

- Jonas von Göler

 

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