Antworten auf die Quizfragen zum Beitrag von Schmal/Schröder

 

 

Antwort auf Frage 1

Eine heimtückische Begehungsweise zeichnet sich dadurch aus, dass der Täter die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers ausnutzt. Das Opfer ist arglos, wenn es sich zum Zeitpunkt der Tat keines Angriffs auf seine körperliche Unversehrtheit und sein Leben versieht. Die Wehrlosigkeit muss auf der Arglosigkeit beruhen und liegt vor, wenn das Opfer in seiner Verteidigungsfähigkeit mindestens erheblich eingeschränkt ist.

Die genannte Definition führt dazu, dass ein Großteil der Tötungsdelikte als heimtückisch und damit als Mord einzustufen wäre. Dies liegt daran, dass das offene, ritterliche Duell zwischen Täter und Opfer nicht Regelfall der Tötung ist. Hieraus ergeben sich verfassungsrechtliche Probleme. Aus dem Rechtsstaatsprinzip folgt, dass die Strafe der Schuld des Täters angemessen sein muss. Damit muss stets eine besondere Verwerflichkeit gegeben sein, die die zwingend lebenslange Freiheitsstrafe des § 211 I StGB verfassungsrechtlich rechtfertigt.

Wie diese verfassungsrechtliche Anforderung bei der Auslegung des Heimtückemerkmals zu berücksichtigen ist, ist umstritten. Teilweise wird eine restriktive Auslegung auf Tatbestandsebene befürwortet. Die einen fordern ein tückisch-verschlagenes, listiges oder besonders hinterhältiges Vorgehen des Täters. Andere fordern einen verwerflichen Vertrauensbruch. Wieder andere setzen eine Tötung in feindlicher Willensrichtung voraus. Nach der Lehre von der Typenkorrektur genügt die o. g. Definition, jedoch ist bei Vorliegen eines Mordmerkmals eine umfassende Gesamtwürdigung vorzunehmen. Stellt sich hierbei heraus, dass die Tötung nicht besonders verwerflich erscheint, wird der Mordtatbestand trotz Vorliegen eines Mordmerkmals verneint.

Im Gegensatz zur Lösung auf Tatbestandsebene wird auch eine Lösung auf der Rechtsfolgenseite diskutiert. So wird vorgeschlagen, analog § 213 StGB einen minder schweren Fall des Mordes mit dem Strafrahmen des § 212 StGB anzuerkennen. Andere halten eine Analogie zu den gesetzlichen Milderungsvorschriften wie §§ 13 II, 17 S. 2 StGB für möglich, wodurch es zum Strafrahmen des § 49 I Nr. 1 StGB käme.

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